Bereits die vierte Orgel schmückt derzeit die Schlosskirche. Sie wurde 1972 von dem saarländischen Orgelbauer Hugo Mayer mit 32 klingenden Registern auf drei Manualen und Pedalwerk erbaut.
![]() |
Die Registeraufteilung:
Hauptwerk: 9 Register Schwellwerk: 10 Register Rückpositiv: 6 Register Pedalwerk: 7 Register
|
Das Rückpositiv, das seit dem Orgelneubau (zweite Orgel) der Gebrüder Stumm im Jahre 1824 nur Attrappe war und seit 1905 (dritte Orgel) als Notenschrank benutzt wurde, bekam 1972 die Pfeifen für sechs klingende Register eingebaut. Die jetzige Orgel hat mit vier Orgelwerken die höchste Leistungsfähigkeit in der Reihe der bisherigen Orgeln.
Das barocke Holzgehäuse der Vorgängerorgel wurde für die Mayer-Orgel restauriert wieder verwendet. Wenn die von Michael Lamla (in „Saarpfalz“, Blätter für Geschichte und Volkskunde, Bd. 1988/4, S. 19 ff) aufgestellte These stimmt, dass von der aus der alten Sebastianskirche in die Schlosskirche übertragenen Orgel noch der Prospekt erhalten hat, so befindet sich in Blieskastel einer der ältesten Orgelprospekte des Saarlandes.
Während noch die Steinmeyer’sche Orgel (1905) durch ihre Grundtönigkeit dem Klangempfinden der Spätromantik entsprach, ist die Disposition von 1972 (übrigens wurden die Register von Prof. Ludwig Doerr und den beiden ehemaligen Organisten an der Schlosskirche Michael Felix und Roland Ast zusammengestellt) wieder obertöniger. Diese Disposition entspricht wieder der Tradition der Silbermannorgel, deren Nachbau künftig in der Schlosskirche erklingen soll.